Sonntag, 14. Juni 2009

Japan-Tag: Verfressen in Düsseldorf

In Düsseldorf hat gestern der 8. Japan-Tag, ausgerichtet von der dortigen japanischen Gemeinde, stattgefunden. Für alle, die nicht dabei sein konnten, präsentiert das Auslandsbüro von Verfressen in Essen hier eine kleine Rundreise unter kulinarischen Gesichtspunkten. :)


Auftakt in der japanischen Bäckerei Bakery My Heart, Marienstraße: mit Aisu kôhî, japanischem Eiskaffee mit Milch und Sirup, stärkt die Japan-Korrespondentin dieses Blogs sich für den Tag!

(Hilfreicher Tipp an Starbucks und Konsorten: Zucker löst sich leichter in kaltem Kaffee, wenn man ihn vor dem Servieren durch Sirup ersetzt.)

Hier wurde fritiert: Tempura Ebi (fritierte Garnelen) und Korokke (japanische Kroketten) - diese schmecken abgesehen von der würzigen Sauce auch nicht viel anders als Dinge, die aus deutschen Friteusen kommen.

(Aber muss man nicht auf jedem Straßenfest irgendetwas Fritiertes gegessen haben? Dann sind die fritierten Garnelen jedenfalls nicht die schlechteste Wahl.)



Die Sauce, mit der die Garnelen hier serviert wurden, wird in der japanischen Alltagsküche oft zusammen mit Mayonnaise verwendet, zum Beispiel auch für Okonomiyaki, eine Art von japanischen Pfannkuchen.

Gestern musste man in Düsseldorf weiter laufen, um eine Dönerbude zu finden, als eine Gelegenheit, um Sushi zu kaufen.

Auch an den 364 Nicht-Japan-Tagen in Düsseldorf ist die Sushi-Dichte vom Hauptbahnhof bis zur Altstadt hoch: von den japanischen Restaurants auf der Immermannstraße über die beiden japanischen Supermärkte und den Delikatessenladen Maruyasu bis hin zum Sushi-Schnellrestaurant im Untergeschoss der Schadow-Arkaden und weiteren asiatischen Restaurants an der Kö und in der Altstadt - und einer Filiale von "Nordsee".

Die Lebensmittel-Abteilung des Kaufhofs an der Kö verkauft übrigens, nicht nur am Japan-Tag, Onigiri-Sushi - dreieckige Reisbällchen mit verschiedenen Füllungen, die in Japan etwa die Funktion eines Butterbrots haben und in den "Konbini"-Läden an jeder Straßenecke als preiswerter Snack verkauft werden.


Süßigkeitenauslage in einem Geschäft auf der Immermannstraße. Ein Highlight unter den ganzen Fruchtbonbons und Schokoriegeln: Erdbeerschokolade! (Nein, das ist nicht Schokolade mit Erdbeerfüllung...)

Bonbons, Schokolade und Kuchen, wie wir sie in Deutschland kennen, heißen in Japan Yôgashi, das bedeutet "Süßigkeiten aus dem Westen", und sind erst mit der Öffnung Japans zur westlichen Welt aufgekommen. Das bedeutet nicht, dass es sich hier um reine Kopien "unserer" Süßigkeiten handelt - man trifft auch immer wieder auf unerwartete Füllungen und Geschmacksrichtungen, wie die schon erwähnte Erdbeerschokolade, Kitkat mit Kirschblütengeschmack oder Kekse und Kuchen mit Roter-Bohnen- oder Maronenfüllung. Ein weiterer Unterschied zu unseren Süßigkeiten - in japanischen Cafés sind die Kuchen- und Dessertportionen etwa halb so groß wie in deutschen Cafés! Vielleicht kommt die niedrige Prävalenz von Übergewicht dort doch nicht nur von dem Genuss von Algen und rohem Fisch. :)

Ursprünglich japanische Süßigkeiten heißen Wagashi, werden traditionell zu grünem Tee gereicht, und bestehen beispielsweise aus Zucker, Reismehl und roter Bohnenpaste. Sie sind hübsch anzusehen (oft in Blütenform) und meist sorgfältig arrangiert, aber wahrscheinlich muss man mit ihnen aufgewachsen sein, um ihren Geschmack tatsächlich dem Geschmack von Pralinen, Obstkuchen oder Sahneteilchen vorzuziehen. :)

Das einzige entschiedene "Pfui!" an diesem Tag: kaltes Kakiage (fritiertes Gemüse in Tempura-Teig) aus dem Delikatessenladen Maruyasu.


Teestand auf dem Burgplatz: hier wurde "Matcha Latte" zubereitet - grüner Tee mit aufgeschäumter Milch, der in Japan von vielen großen Coffeeshop-Ketten wie etwa Starbucks angeboten wird (und wohl auch erfunden wurde).

Takoyaki - Oktopus-Bällchen, die mit Zahnstochern und würziger Sauce serviert werden, in Japan ein beliebter Snack auf Straßenfesten. Die Bällchen werden in speziellen Pfannen zubereitet, die ein aussehen wie große Poffertjes-Bleche.
Sieht der Herr an der Pfanne nicht aus, als hätte er den Oktopus gerade eigenhändig erwürgt?

Japanische Dampfnudeln.

Die Auswahl an Speisen war groß, wie man sieht - wenn man sich erst mal zu einem Stand durchgekämpft hatte (auf der Promenade am Rhein bewegte die Menge sich zeitweise keinen Zentimeter mehr), hatte man eine Stärkung aber auch nötig.



Und hier noch eine kleine Ausbeute für zu Hause: links unten ein Stück Onigiri-Sushi mit Lachsfüllung, darüber eine Dose japanisches Bier, Asahi Super Dry, und rechts eine Packung frische (d.h. nicht getrocknete) Udon-Nudeln. Udon sind dicke, weiche Weizenmehl-Nudeln, die in einer Brühe und manchmal mit Tempura (fritiertem Gemüse oder Meeresfrüchten) serviert werden. Unter den bei uns bekannten Nudelsorten gibt es keine, die ihnen in Form und Konsistenz ähnelt, und auch in asiatischen Restaurants stehen sie nicht immer auf der Karte, deshalb lohnt es sich, im Asienshop einmal danach Ausschau zu halten! Die Zubereitung ist denkbar einfach - wie andere frische Nudeln aus dem Kühlregal müssen sie nur für wenige Minuten gekocht werden, die Gewürzmischung für die Brühe wird ins Kochwasser gegeben, und wenn man möchte, gibt man noch ein Ei dazu.
Hiermit verabschiedet sich das Auslandsbüro des Blogs auch schon, und wünscht guten Appetit bis zum nächsten Mal. :)

Kommentare:

  1. Hallo, ein interessanter Bericht, gleich mit einer kleinen Einführung in die japanische Snack-Küche

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  2. Ich danke dem Auslandbüro ebenfalls für die interessante Einführung, fürchte aber, dass ich auch mit diesem kleinen neuen Wissen völlig überfordert wäre mit den dortigen Angebot.
    Vielleicht entschließt sich das Auslandsbüro in ferner Zukunft dazu entsprechende Live-Einführungskurse anzubieten...
    In dem Sinne, auch bis zum nächsten Mal
    Maria

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  3. Zu gerne, aber das kann auch schiefgehen: mein erster und einziger Versuch, Okonomiyaki (japanische Pfannkuchen mit Kohl und verschiedenen Füllungen) zuzubereiten, ging dermaßen in die Hose, dass diese Katastrophe bis heute bei allen, die daran teilnehmen durften, sprichwörtlich ist. :(

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  4. Der Einfachheit halber könntest Du nächstes Jahr Führungen in Düsseldorf anbieten ;-)

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  5. Aber gerne - ich bin beim Japan-Tag ja sowieso wieder dabei. :)

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